Eduardo Segovia

Wohnort: Cuenca/Ecuador

 

Gallery Activities:

02.10.2016 – 05.11.2016 – Magia Silvestre – Wilde Magie – Lappersdorf/AURELIUM

06.03.2017 – 05.05.2017 – Magia Silvestre – Wilde Magie – Berlin/Botschaft Ecuador

Vita:

Eduardo Segovia wurde 1938 in Cuenca /Ecuador geboren.

Sein künstlerisches Leben begann bereits in der Grundschule, zu der Zeit als Carlos Crespi, der in Italien geborene Don-Bosco-Mönch, Anthropologe und Archäologe in Cuenca Schulleiter war. Dieser erkannte das Talent des jungen Künstlers und förderte ihn. Er durfte eine Kunstschule besuchen.
Schon als 10-jähriger Junge fertigte Segovia tausende von Tonpfeifen an, die er in den Gassen seiner Heimatstadt Cuenca verkaufte. Obwohl jede Pfeife nur ein paar Cent einbrachte, produzierte er soviel, dass er mit den Einnahmen seine Familie ernähren und diese aus der Armut führen konnte.

Doch zeigt der ecuadorianische Keramiker Eduardo Segovia im Alter von 78 Jahren noch immer keine Ermüdungserscheinungen. Fast täglich kann man ihn noch in seinem Atelier in Cuenca antreffen, wo er hart arbeitet.

„Ich habe immer noch die Begeisterung für meine Kunst und kann mir nicht vorstellen, ein Leben ohne sie„ sagt Segovia. „Die Farben, die Texturen und die Themen dieser Welt um mich herum saugen mich regelrecht auf und ich bin gezwungen, diesen Dingen Gestalt zu geben“.
Während seines über 60-jährigen Schaffens hat Segovia eine beeindruckende Palette von Stilen und Themen aufgegriffen. Er befasst sich sowohl mit den Kulturen der Inkas und Azteken als auch mit anderen präkolumbianischen Kulturen in Afrika, Spanien, den Niederlanden und in Italien. Von der Klassik bis zur Moderne und vom Phantastichem bis zum Realen reicht die Bandbreite seiner Arbeiten. Vor allem wurde er jedoch von Themen und Materialien der Umgebung seiner Heimat Cuenca inspiriert.
Der „Chola Cuencana“- Einfluss ist der Mittelpunkt all seiner Arbeit. Es ist ein Geschenk, und Erbe, vor allem seiner Mutter. Er kann auch auf einige der besten Rohstoffe der Welt zugreifen, wie z.B. der vielfältigen Töpfererde, die rund um Cuenca vorkommt.
Segovia ist Autodidakt und hat keine erweiterte formale Ausbildung. Seine Lehrer waren Bücher und viele Kunstwerke, die er genau studiert hat. Dort holt er sich auch die Inspiration. Viele lateinamerikanische Künstler haben ihn beeinflusst, aber auch europäische. Besonders Pablo Picasso und Joan Miró waren für ihn Vorbilder.

Segovia hat auch in Europa einen guten Ruf, vor allem in den Niederlanden, wo er schon mehrmals ausstellte. 2009 gab er einen Workshop für 60 Diplom-Keramik Studenten. Das niederländische Fernsehen brachte eine Dokumentation über seine Kunst, seine Begeisterung für seine Arbeit und seinen ecuadorianischen Humor.

Im Frühjahr 2011 besuchte er abermals die Niederlande, wo er zusammen mit dem niederländischen Maler und Illustrator Anna Reinders in Tilburg seine Werke präsentierte.
Und die berühmte holländische Keramikerin Marie Verdijk, mit der er 2013 eine gemeinsame Ausstellung hatte, bezeichnet seine Arbeiten als Weltklasse. Er transferiert mit seinen Arbeiten den lateinamerikanischen Geist, sagt Verdijk, der geprägt ist von Leidenschaft, Farbe und purer Lebensfreude. In Al Tiburg in den Niederlanden stellt er bei seinem Europa Aufenthalt in 2016 abermals aus.

Als einen Höhepunkt seiner Karriere bezeichnet Segovia selbst die Zeit als er mit Oswaldo Guayasamin, dem größten Künstler Ecuadors, zusammenarbeitete. Mit dem berühmten Maler und Bildhauer zusammen gestaltete er mehrere Großprojekte, darunter überdimensionale Keramik-Wandbilder im öffentlichen Raum in ganz Ecuador. Als Guayasamin 1999 starb, bat seine Familie Segovia zwei unfertige Keramik-Wandbilder von ihm – die „Capilla del Hombre“ (Chapel of Man) in der Hauptstadt Quito zu vollenden.

Segovia kann auf eine lange Schaffenszeit zurückblicken, seine Wurzeln wird er aber nie vergessen, wie er sagt. Ich kam aus dem Lehm, arbeitete mein Leben lang damit und wenn ich einmal sterbe, werde ich auch zu Lehm werden, so seine einfache Lebensphilosophie.